6 —
Anachronismus sein würden, und deren unzeitgemäßeForm namentlich jetzt eine Wirkung hervorbringenwürde, ganz entgegengesetzt derjenigen, welche derVerfasser im Auge hatte, als die erste Ausgabeseines Buches erschien. Zu jener Zeit war derName, welchem ich diese Huldigungen darbrachte,so zu sagen ein Schiboleth, und bezeichnete diefortgeschrittenste Partei im Befreiungskämpfe derMenschheit, welche so eben von den Gendarmenund Höflingen der alten Gesellschaft niedergeschmet-tert worden war. Durch Begünstigung der Besiegtenschleuderte ich ihren Gegnern eine stolze Heraus-forderung zu, und ich bekannte offen meine Sym-pathien für die Märtyrer, welche man damals be-schimpfte, und in den Journalen wie in der Gesell-schaft erbarmungslos schmähte. Ich fürchtete nicht,mich der Lächerlichkeit auszusetzen, mit welcher ihregute Sache, wie sich nicht leugnen lässt, ein wenigbehaftet war. Die Dinge haben sich seitdem geän-dert; die Märtyrer von ehemals werden jetzt wederverhöhnt noch verfolgt, sie tragen nicht mehr dasKreuz, wenn es nicht etwa von ungefähr das Kreuzder Ehrenlegion ist; sie durchlaufen nicht mehr bar-füßig die Wüsten Arabiens, um dort das freie Weibzu suchen — diese Befreier vom Gattcnjoch, dieseZcrbrechcr der ehelichen Bande haben sich bei ihrer