Druckschrift 
4 (1861) Novellistische Fragmente
Entstehung
Seite
38
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So reiten wir, so reiten wir,

So reiten wir auf dem Stock!"

Dieser Singsang, den man noch in der Fernehören konnte, verlor sich am Ende in den kirchlichlanggezogenen Tönen einer herannahenden Pro-ccssion. Das war ein trauriger Zug von kahl-köpfigen und barfüßigen Mönchen, welche brennendeWachslichter oder Fahnen mit Heiligenbildern oderauch große silberne Krucifixc trugen. An ihrerSpitze gingen roth- und wcißgcröcktc Knaben mitdampfenden Weihrauchkesscln. In der Mitte desZuges unter einem prächtigen Baldachin sah manGeistliche in weißen Chorhemden von kostbarenSpitzen oder in bnntscidcncn Stolen, und EinerDerselben trug in der Hand ein sonncnartig goldncsGefäß, das er, bei einer Hciligennische der Marm-ecke anlangend, hoch empor hob, während er latei-nische Worte halb rief, halb sang . . . Zugleichcrklingeltc ein kleines Glöckchen, und alles Volkringsum verstummte, fiel auf die Knicc und be-kreuzte sich. Der Rabbi aber sprach zu seinem Weibe:„Mach die Augen zu, schöne Sara!" — und hastigzog er sie von hinnen nach einem schmalen Ncben-gässchcn, durch ein Labyrinth von engen und krum-men Straßen, und endlich über den unbewohnten,