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dem französischen Städtchen Coulanges in der ehemali-gen Grafschaft Burgund").
*) Das Städtchen Coulanges führte ehemals den Beina-men das Weinreiche (I-> vineuse); eine Bezeichnung, die nur.allzugut paßte, weil es wohl Wein genug, aber keinen TropfenQuell-Wasser daselbst gab. Die Einwohner mußten aus Süm-pfen trinken, und wenn im Sommer die Sümpfe vertrockneten, sogingen sie zu einem meilenweit entlegenen Brunnen; und da oftauch dieser austrocknete, mußten sie nicht selten eine noch weiterentlegene Quelle aufsuchen. Schon im Jahre 1716 war ihnen er-laubt worden, eine Abgabe von jedem Stückfaß ihres Weins zuerheben, um für dieses Wein-Geld sich Wasser aufzusuchen,und alle nöthigen Unkosten zur Sicherstellung von Quellwasser zubestreiten. Auch ließen sie wirklich einen Ingenieur nach dem an-dern kommen, und bezahlten sie alle sehr gut; doch keiner konnteihnen helfen, so sehr auch jeder, um seines eigenen Ruhmes wil-len dabei interessirt war, den gewünschten Zweck zu erreichen. End-lich kam Couplet. Er war noch weit von CoulangeS entfernt,und konnte es noch nicht sehen, fragte aber, in welcher Gegend esliege, stellte nnn seine Beobachtungen an, ging mit der Nivellir-Maschiue in der Hand weiter vorwärts, und verkündigte wirklich,sobald er die Häuser der Stadt erblicken konnte, den Einwohnerndie Herstellung von Quellwasser. Er ließ dabei von Zeit zu Zeiteinen Stab in die Erde pflanzen, um zu bezeichnen, wo man gra-ben solle, und gab sogar die Tiefe an, in welcher man Wasserfinden werde. Alles traf zu. Er schrieb die nöthigen Arbeiten vor,brachte sie in Gang, reiste zurück nach Paris, und versprach imDecember wieder zu kommen, um die letzte Hand an das Werk zulegen. Er hielt Wort. Am 21. December 1725 floß zum Ersten-male reines, schönes Quellwasser in die Stadt. Die Freude waraußerordentlich. Nie hatte selbst die glücklichste Weinlese solchenJubel hervorgebracht. Männer, Weiber, Kinder und Greise liefencherbei, um zu trinken, und wären gern hineingesprungen, um sichdarin zu baden. Der erste Nichter der Stadt, ein blinder Greis,glaubte es nicht eher, bis er seine Hand einigemal hinein getaucht.Äin Te Deum wurde gesungen; man läutete die Glocken mit sol-