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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
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tcn finden und mit keinem rechten Namen zu be-zeichnen wissen. Wenn ich auch am Tage wohlbe-leibt und lachend dahinwandle durch die funkelndenGassen Babylon's, glaubt mir's! sobald der Abendherabsinkt, erklingen die melancholischen Harfen inmeinem Herzen, und gar des Nachts erschmcttcrndarin alle Pauken und Cymbeln des Schmerzes, dieganze Janitscharcnmusik der Weltgnal, und eS steigtempor der entsetzlich gellende Mummenschanz . . .

O welche Träume! Träume des Kerkers, desElends, des Wahnsinns, des Todes! Ein schrillen-des Gemisch bou Unsinn und Weisheit, eine buntevergiftete Suppe, die nach Sauerkraut schmeckt undnach Orangcnblttthcn riecht! Welch ein grauen-haftes Gefühl, wenn die nächtlichen Träume dasTreiben des Tages verhöhnen, und aus den flam-menden Mohnblumen die ironischen Larven hervor-gucken und Rübchcn schaben, und die stolzen Lor-berbäumc sich in graue Disteln verwandeln, unddie Nachtigallen ein Spottgclächtcr erheben . . .

Gewöhnlich in meinen Träumen sitze ich anseinem Eckstein der Ruc Laffittc, an einem feuchtenHcrbstabend, wenn der Mond auf das schmutzigeBoulcvardpslastcr hcrabstrahlt mit langen Streif-lichtern, so dass der Koth vergoldet scheint, wonicht gar mit blitzenden Diamanten übersäet . . .