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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
Seite
42
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gewisse unnatürliche Liebe zur Poesie; Richelieu schriebschlechte Tragödien, Robespierre machte erbärmlicheMadrigale, und James Rothschild, wenn er lustigwird, fängt er an zu reimen . . .

Doch Das gehört nicht hicher, diese Blätterhaben sich zunächst mit einem kleineren Revolutionär,mit Ludwig Börne, zu beschäftigen. Dieser hegte,wie wir mit Bedauern bemerken, den höchsten Hassgegen die Rothschilds und in seinem Gespräche,als wir zu Frankfurt dem Stammhausc derselbenvorübergingen, äußerte sich jener Hass bereits ebenso grell und giftig, wie in seinen späteren PariserBriefen. Nichtsdestoweniger ließ er doch den persön-lichen Eigenschaften dieser Leute manche Gerechtig-keit widerfahren, und er gestand mir ganz naiv,dass er sie nur hassen könne, dass es ihm aber trotzaller Mühe nicht möglich sei, sie verächtlich odergar lächerlich zu finden.

„Denn sehen Sie," sprach er, „die Roth-schilde haben so viel Geld, eine solche Unmasse vonGeld, dass sie uns einen fast grauenhaften Respekteinflößen; sie identificicrtcn sich, so zu sagen, mit demBegriff des Geldes überhaupt, und Geld kann mannicht verachten. Auch haben diese Leute das sichersteMittel angewendet, um jenem Ridikül zu entgehen,dem so manche andere baronisierte Millionärcnsami-