Thomas Rehnolds, 67
Regierung zu ergreifen, die im Gegenteil wenig für ihn that undihn für die Verluste nur kärglich entschädigte. In dieser Beziehungschirmt ihn auch das Zeugnis der vornehmsten Staatsmänner Eng-lands, namentlich des Carl os Chichester, des Margnis Cambdcn unddes Lord Castlereagh, welche damals an der Spitze der irischen Re-gierung standen. Diese rühmen ihn wegen seiner llneigcnnützigkcit,erklären sein Betragen für ehrenwert, versichern ihn ihrer Hoch-achtung — und wie wenig ich auch diese britischen Tories liebe, sozweifle ich doch nicht an ihrem Wort, denn ich weiß, sie sind viel zuhochmütig, als daß sie für einen bezahlten Verräter öffentlich lügenwürden. Sie verachten alle Menschen, und doppelt verachten sie die-jenigen, denen sie Geld gegeben, und gegen solche sind sie noch wort-karger. Aber nicht bloß die Höchstgestcllten, sondern auch viele Lands-lente geringeren Ranges sprachen Thomas Reynolds unbedingt freivon der Beschuldigung, als habe Gewinnsucht ihn geleitet. Die Kanf-mannsgilde von Dublin erließ an ihn eine Adresse, welche vollehrender Anerkennung und mit den Schmähungen seiner Feinde einenfast komischen Gegensatz bildet.
Wie Reynolds, der Sohn, durch die genauesten Details und diesinnreichsten Schlußfolgen bis zur Evidenz bewiesen, daß sein Vaternicht ans Eigennutz die Verschwörung verriet, so beweist er ebenfallsbis zur Evidenz, daß er keineswegs an der Person der Verschwörerirgend einen argen Verrat übte, und daß er, weit entfernt, die Ge-fangennahme des Lord Fitzgerald veranlaßt zu haben, im Gegenteilfür die Rettung desselben die größte Sorge an den Tag legte undihn auch mit Geld anjs redlichste nnterstützte. Die Lebensbeschrei-bung Fitzgcralds, die wir der buntfarbigen Feder des Thomas Mooreverdanken, scheint mehr Dichtung als Wahrheit zu enthalten, undmit Recht muß der Poet den Unwillen eines SohneS ertragen, derdie Verunglimpfung seines Vaters mit den schärfsten Stachclredenzüchtigt. Thomas Liltle swie man Thomas Moore ob seiner win-zigen Gestalt zu nennen Pflegt) bekommt hier sehr nachdrücklich dieRute, und es ist nicht zu verwundern, daß das Männchen, das ansdie ganze Londoner Presse den größten Einfluß übt, alle seine Mittelin Bewegung setzte, um daS Reynoldssche Werk in der öffentlichenMeinung herabzuwürdigen. Sein Held Fitzgcrald wird zwar hiervon allein romantischen Nimbus entkleidet, aber er erscheint deshalbnicht minder heroisch, besonders bei seiner Gefangennahme, und ichwill die darauf bezügliche Stelle hier mitteilen.
„Die folgende Erzählung von der Gefangennahme des LordEdward Fitzgerald erhielt mein Vater von dem Herrn Sirr und dem.Herrn Swann; elfterer ist noch am Leben und kann berichtigen, Ivoich etwa irre. Es war am 18. Mai, als Herr Edward Cookc, da-maliger Untcrstantssekretär, den Herrn Charles Sirr, Bürgermeister
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