Druckschrift 
11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
Entstehung
Seite
346
Einzelbild herunterladen
 

- 346

Karccr mid 16,660 Franken vernrthcilt worden, hatmich gewitzigt. Nnr von Carlotta Grisi will ichreden, die in der respektabel» Vcrsainmlung derRue-Lepcltcticr gar wnndcrlicblich hcrvorstrahlt, wieeine Apfelsine unter Kartoffeln. Nächst dem glück-lichen Stoff, der den Schriften eines deutschen Autorsentlehnt, war es zumeist die Carlotta Grisi, diedem Ballett:Die Willi" eine unerhörte Vogueverschaffte. Aber wie köstlich tanzt sie! Wenn mansie sieht, vergisst man, dass Taglioni in Russlandund Elslcr in Amerika ist, man vergisst Amerikaund Rnssland selbst, ja die ganze Erde, und manschwebt mit ihr empor in die hängenden Zaubcr-gärtcn jenes Gcistcrrcichs, worin sie als Königinwaltet. Ja, sie hat ganz den Charakter jener Ele-mentargcister, die wir uns immer tanzend denken,und von deren gewaltigen Tanzweiscn das Volk soviel Wunderliches fabelt. In der Sage von demWillis ward jene geheimnisvolle, rasende, mituntermenschcnvcrderblichc Tanzlust, die den Elcmcntar-gcistcrn eigen ist, auch auf die todtcn Bräute über-tragen; zu dem althcidnisch übcrmüthigen Lustrcizdes Nixen- und Elfenthums gesellten sich noch diemelancholisch wollüstigen Schauer, das dunkelsüßeGrausen des mittelalterlichen Gespcnsterglaubcns.