erregt hat, und welche Rollen die lauernde Feind-schaft und Klatschsucht sowohl zum Nachthcil desKritikers als des Kritisierten dabei spielten. Inder Blüthenzeit dieser skandalösen Reibungen ent-schlossen sich nun beide Helden des Tages, in dem-selben Konccrte, Einer nach dem Andern, zn spielen.Sie setzten Beide die verletzten Privatgcfühlc beiSeite, um einen wohlthätigen Zweck zu fördern,und das Publikum, welchem sie Gelegenheit boten,ihre cigcnthümlichcn Verschiedenheiten durch augen-blickliche Verglcichnng zu erkennen und zu würdigen,zollte ihnen reichlich den verdienten Beifall.
Ja, man braucht den musikalischen CharakterBeider nur einmal zu vergleichen, um sich zu über-zeugen, dass es von eben so großer Heimtücke wieBeschränktheit zeugt, wenn mau den Einen ans Ko-sten des Anderen lobte. Ihre technische Ausbildungwird sich wohl die Wage halten, und was ihrengeistigen Charakter betrifft, so lässt sich wohl keinschrofferer Kontrast erdenken, als der edle, seelen-volle, verständige, gcmüthlichc, stille, deutsche, jaösterreichische Thalberg, gegenüber dem wilden, wet-terlcuchtcnden, vulkanischen, himmclstürmcndcn Lißt!
Die Verglcichnng zwischen Virtuosen beruhtgewöhnlich ans einem Jrrthum, der einst auch inder Poetik florierte, nämlich in dem sogenannten
Heine'S Werke. Bd. XI. 1Z