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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
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terer ist uns cinc größere Menge zu Ohren ge-kommcu. Die musikalische Kritik kann sich nur aufErfahrung, nicht auf eine Synthese stützen; sie solltedie musikalischen Werke nur nach ihren Ähnlich-keiten klassisicicreu und den Eindruck, den sie aufdie Gesammthcit hervorgebracht, als Maßstab an-nehmen.

Nichts ist unzulänglicher als das Thcorctisierenin der Musik; hier gicbt es freilich Gesetze, mathe-matisch bestimmte Gesetze, aber diese Gesetze sindnicht die Musik, sondern ihre Bcdingnisse, wie dieKunst des Zeichnens und die Farbenlehre, oder garPalette und Pinsel, nicht die Malerei sind, sondernnur nothwendigc Mittel. Das Wesen der Musikist Offenbarung, es lässt sich keine Rechenschaft davongeben, und die wahre musikalische Kritik ist eineErfahrungswisscnschaft.

Ich kenne nichts Unerquicklicheres, als eineKritik von Monsieur Fctis, oder von seinem Sohne,Monsieur Fötus, wo u priori, aus letzten Gründen,einem musikalischen Werke sein Werth ab- oder zu-räsonniert wird. Dergleichen Kritiken, abgcfasst ineinem gewissen Argot und gespickt mit technischenAusdrücken, die nicht der allgemein gebildeten Welt,sondern nur den exekutierenden Künstlern bekanntsind, geben jenem leeren Gewäsche ein gewisses An-