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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
Entstehung
Seite
220
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Zettel, und diese Insinuation nennen wir Ironie.Wir sind ehrliche Leute und spielen am besten ehr-liche Leute. Jubilierende Staatsdiener, alte Dalners,rechtschaffene Obcrforstmcistcr und treue Bedientesind unsere Wonne. Helden werden uns sehr sauer,doch können wir schon damit fertig werden, beson-ders in Garnisonstädten, wo wir gute Muster oorAugen haben. Mit Königen sind wir nicht glücklich.In fürstlichen Residenzen hindert uns der Respekt,die Königsrollen mit absoluter Keckheit zu spielen;man könnte es übel nehmen, und wir lassen dannunter dem Hermelin den schäbigen Kittel der Unter-thansdcmuth hcrvorlauschcn. In den deutschen Frei-staaten, in Hamburg, Lübeck, Bremen und Frankfurt,in diesen glorreichen Republiken, dürften die Schau-spieler ihre Könige ganz unbefangen spielen, aberder Patriotismus verleitet sie, die Bühne zu poli-tischen Zwecken zu missbrauchcn, und sie spielenmit Vorsatz ihre Könige so schlecht, dass sie dasKönigthnm, wo nicht verhasst, doch wenigstens lä-cherlich machen. Sie befördern indirekt den Sinnfür Ncpublikanismus, und Das ist besonders inHamburg der Fall, wo die Könige am miserabelstengespielt werden. Wäre der dortige hochwcise Senatnicht undankbar, wie die Regierungen aller Repu-bliken, Athen, Rom, Florenz, es immer gewesen