sie von dieser Höhe in die Straße hinab. Zufälligaber ritt eben ein Kosak an unserem Hause vorbei,die arme Katze fiel just ans die Spitze seiner Lanze,und er ritt lustig mit dem gespießten Thicrc vonbannen. — Wenn es nun wirklich wahr ist, dassKatzen immer unbeschädigt auf die Beine fallen, somüssen sie sich doch in solchem Falle vor den Lan-zen der Kosaken in Acht nehmen . . .
sJch habe in meinen vorigen Briefen ausge-sprochen, dass es nicht der politische Zustand ist,wodurch das Lustspiel in Frankreich mehr als inDeutschland gefördert wird. Dasselbe ist auch derFall in Betreff der Tragödie. Ja, ich wage zu be-haupten, dass der politische Zustand Frankreichs demGedeihen der französischen Tragödie sogar nachthciligist. Der Tragödicndichter bedarf eines Glaubens anHcldenthum, der ganz unmöglich ist in einem Lande,wo die Pressfreiheit, repräsentative Verfassung undBourgeoisie herrschen. Denn die Prcssfrcihcit, indemsie täglich mit ihren frechsten Lichtern die Mensch-lichkeit eines Helden beleuchtet, raubt seinem Hauptejenen wohlthätigen Nimbus, der ihm die blinde Ver-ehrung des Volkes und des Poeten sichert. Ich willgar nicht einmal erwähnen, dass der Rcpublikanis-mus in Frankreich die Prcssfrcihcit benutzt, um allehervorragende Größe durch Spöttelei oder Berlcum-
Heine's Werke. Bd. XI.