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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
Entstehung
Seite
152
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Boudoir dcr königlichen Maitrcssc cinc wirkliche Sauihr Wochenbett hält, oder wenn die Raben auf denZinnen des Gildchauscs gravitätisch Zeath halten,oder gar die Hyäne in der Fürstcngrrft die altenKnochen aufwühlt . . .

Ich habe schon erwähnt, dass dic Hauptmotivedes französischen Lustspiels nicht dem öffentlichen,sondern dem häuslichen Zustande des Volkes ent-lehnt sind; und hier ist daS Verhältnis zwischenMann und Frau das ergiebigste Thema. Wie inallen Lcbcnsbezügcn, so sind auch in der Familieder Franzosen alle Bande gelockcrt und alle Auto-ritäten nicdcrgcbrochcn. Dass das väterliche Ansehenbei Sohn und Tochter vernichtet ist, ist leicht be-greiflich, bedenkt man die korrosive Macht jenesKriticismus, dcr ans dcr materialistischen Philosophiehervorging. Dieser Mangel an Pietät gebärdet sichnoch weit greller in dem Verhältnis zwischen Mannund Weib, sowohl in den ehelichen als außerehe-lichen Bündnissen, die hier einen Charakter gewin-nen, dcr sie ganz besonders zum Lustspiele eignet.Hier ist dcr Originalschanplatz aller jener GcschlechtS-kricgc, dic uns in Deutschland nur aus schlechtenÜbersetzungen oder Bearbeitungen bekannt sind, unddie ein Deutscher kaum als ein Polybius, abernimmermehr als ein Cäsar beschreiben kann. Krieg