— 100 —
Von jener nnermcsslichcn Bedeutung des Sa-lon von 1831 habe ich mich dieses Jahr vollaufüberzeugen können, als die Säle des Lonvrc, welchewährend zwei Monat geschlossen waren, sich denersten April wieder öffneten, und uns die neuestenProdukte der französischen Kunst entgegen grüßten.Wie gewöhnlich, hatte man die alten Gemälde, welchedie Nationalgalcric bilden, durch spanische Wändeverdeckt, und an letzteren hingen die neuen Bilder,so dass zuweilen hinter den gothischcn Abgeschmackt-heiten eines ncuromantischcn Malers gar lieblich diemythologischen alt-itnliänischcn Meisterwerke hcrvor-lauschtcn. Die ganze Ausstellung glich einem Eackoxpalimpsastns, wo man sich über den ncubarbari-schcn Text um so mehr ärgerte, wenn man wusste,welche griechische Göttcrpoesic damit übcrsudcltworden.
Wohl gegen vicrtchalbtanscnd Gemälde warenausgestellt, und es befand sich darunter fast keineinziges Meisterstück. War Das die Folge einerallzu großen Ermüdung nach einer allzu großen Auf-regung? Beurkundete sich in der Kunst der Natio-nal-Katzenjnmmcr, den wir jetzt, nachdem der übcr-tollc Frciheitsrausch verdampft, auch im politischenLeben der Franzosen bemerken? War die diesjäh-rige Ausstellung nur ein buntes Gähnen, nur ein