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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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798
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Anhang. Astronomische Kunstwörter.

S. i?4.) Man findet die konstante tägliche Bewegung des mittleren Pla-neten, wenn man 36o Grade durch die Umlaufszeit des wahren Planetendividirt. Mars z. B. hat die Umlaufszeit von 686.9297 Tagen, also ist dietägliche Bewegung seines mittleren Planeten gleich 0.S24 Grade oder gleich31^ 26.4". Weiß man nun, in welchem Augenblicke beide Planeten zugleichdurch ihr PeriHelium gingen, so weiß man auch, daß der mittlere Planet amEnde des 1. 2. 3. Tages nach jenem Augenblick 1, 2, zmal 0,524 Grade vonseinem Perihel entfernt ist, d. h. daß die mittlere Anomalie (s. d. Art.)für diese Zeiten 0.524 oder i<>.o48 oder i°.s?2 u. f. ist. Addirt man aber zudieser mittleren Anomalie die Gleichung der Bahn (s. d. Art.), so erhält!man die wahre Anomalie des Mars, oder man erhält den Ort des wahrenPlaneten in seiner Bahn. Diese tägliche Bewegung des mittleren Plane-ten wird auch öfter die tägliche mittlere Bewegung des wahren Pla-neten genannt. Auch bei der Sonne hat man eine solche mittlere Sonne,deren tägliche Bewegung o.986 Grade beträgt, und so wie man den Augen-blick des wahren Mittags durch die Culminätion der wahren Sonne bestimmt,so sagt man auch, daß der mittlere Mittag statt hat, wenn diese ima-ginäre mittlere Sonne durch den Meridian geht. Wie es ferner i, 2, 3 Uhrwahre Zeit ist, wenn die wahre Sonne, im Aequator gezählt, is, 30,45 Grade westlich vom Meridian steht, d. h. wenn der Stundenwinkel (s. d.Art.) der wahren Sonne, is, 30, 45 Grade beträgt, so ist es auch 1, 2,3 Uhr mittlere Zeit, wenn der Stundenwinkel jener mittleren Sonne is,30, 45 Grade ist u. s. w.

Mittlere Entfernung der Planeten von der Sonne ist gleichbedeutend mitder halben großen Axe (s. d. Art.) ihrer Bahn. So ist die mittlere Ent-fernung der Sonne von der Erde oder die halbe große Axe der Erdbahngleich 26 658 000 geoqr. Meilen. Gewöhnlich nimmt man diese halbe Axe derErdbahn als die Einheit aller anderen astronomischen Messungen an. Sobeträgt die mittlere Entfernung Jupiters (s. S. 18?) s.20116, d. h. alsos.2ori6 Halbmesser der Erdbahn oder über io? Millionen Meilen.

Morgenweite eines Sterns, Entfernung des Orts, wo der Stern aufgeht,von dem Ostpunkte (s. d. Art.) des Horizonts.

Multiplicationskreis, eines der Instrumente der neueren Astronomie, dessenBeschreibung und Gebrauch s. S. 721.

Nachtbogen eines Gestirns, derjenige Theil seines Parallelkreises (s. d. Art.),der unter dem Horizonte des Beobachters liegt, und in welchem ihr daherder Stern unsichtbar ist. Zur Zeit der Aequmoctien ist der Nacht- und Tag-bogen der Sonne gleich groß, weil zu dieser Zeit in der That Tag und Nachtgleiche Dauer haben. Für die Circumpolarsterne (s. d. Art.), die nichtuntergehen, ist der Nachtboqen gleich Null.

Nachtgleiche, s. Aequinoctium.

Nadir oder Fußpunkt des Beobachters ist derjenige unsichtbare Punkt desHimmels, der senkrecht unter dem Beobachter steht und daher dem Zenithoder Scheitelpunkte gerade entgegen gesetzt ist. Nadir ist für den Beobachterder tiefste Punkt des Himmels, sowie Zenith der höchste Punkt desselben ist.

Nebel. Nebelfterne. Nebst den bekannten Fixsternen gibt es am Himmelnoch Stellen, die sich durch ein mattes Licht auszeichnen und ihren Ort amHimmel so wie ihre Gestalt ebenso unveränderlich beibehalten, wie die Fix-sterne. Diese Stellen werden Nebel genannt. Oft siebt man auch eigentlicheFixsterne von solchen Nebeln, gleich einer Atmosphäre, umgeben, die dannNebelfterne heißen. M. s. 486 u. ff.

Neigung nennt man den Winkel zweier Ebenen gegen einander. So ist dieEcliptik gegen den Aequator um 23« 28' geneigt, und die Neigung der Mer-kursbahn gegen die Ecliptik beträgt nahe 7 Grade. M. s. S. 176.

Nonius, s. Bernier.

Nord oder Nordpunkt oder Mitternacht, derjenige Punkt des Horizonts, wo ervon dem Meridian oder von der Mittagslinie auf der Seite geschnitten wird,wo der Polarstern uns erscheint. Er ist dem Südpunkte (s. d. Art.) ent-gegengesetzt.

Nutatiön, eine kleine Bewegung der Erdaxe oder, was dasselbe ist, der Welt-pvle am Himmel, die vorzüglich durch den Mond erzeugt wird. Durch dieNutation wird der Aequator gegen die feste Ecliptik verrückt, wodurch derFrühlingspunkt sowohl, als auch die Schiefe der Ecliptik (f. d. Art.) etwas

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