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§. 203
Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente. 7Z5
libelle in zwei einander entgegengesetzten Lagen an die Axe diesesKreises W' anhängt und dadurch diese Axe 1 6 horizontal, d. h. denKreis W' selbst vertikal oder mit der bereits vertikal stehenden großenDrehnngsaxe b'i'. parallel stellt. Und eben so wird man die optischeAxe des Fernrohrs mit der Ebene des Kreises M' parallel stellen, wennman das Fernrohr in zwei einander entgegen gesetzten Lagen auf das-selbe terrestrische Objekt stellt. Dieses Verfahren hat noch den Vortheil,daß man, wenn durch das so aufgestellte Aequatorial die Zenithdiftanzirgend eines terrestrischen Objekts mit umgewendetem Kreise zweimalbeobachtet, (wie oben H. 191) den Zenith punkt des Kreises II!!' er-hält. Wenn diese Berichtigungen vorüber sind, so legt man die Nota-tionsaxewieder in ihr, der Weltaxe wenigstens beinahe parallelesLager rv zurück und bringt den Kreis 115»' mittelst einer an seiner Axei t» aufgehängten Libelle in eine auf dem Horizonte senkrechte Stellung.
Um dann die Drehnngsaxe ^ ganz genau in die Ebene des Me-ridians sowohl, als auch in die gehörige Neigung gegen den Horizontzu bringen, wird man einen Stern, am besten den Polarstern, einigeMinuten vor seiner Kulmination mit dem Fernrohre verfolgen, unddurch einen Gehülfen den einen Endpunkt L oder der Drehnngsaxe soweit östlich oder westlich bewegen lassen, daß der Stern im Augenblickeder Kulmination genau auf den dem Kreise LL' parallelen Faden, d. h.auf den Stunden faden des Fernrohrs trifft, und dann wird die No-tationsaxe in der Ebene des Meridians liegen, oder die oben ange-führte erste Forderung wird erfüllt seyn.
Allein dann wird diese im Meridian liegende Axe vielleicht nocheinen Winkel mit dem Horizonte bilden, der von der Polhöhe des Be-vbachtungsortes verschieden ist. Um daher auch diese zweite Stellungder Axe noch zu berichtigen, wird man bemerken, daß der oben gefundeneZenithpunkt des Kreises LL' jetzt in der dem Aequatorial eigenthüm-lichen Lage, den Polpunkt dieses Kreises bildet. Dieß ist nämlich der-jenige Punkt des Kreises UU, dessen Halbmesser der Rvtationsaxe ^parallel ist, und der daher, wenn man ihn bis an die Sphäre des Him-mels verlängert, durch den Pol des Aequators gehen soll. Da man aberdie Poldiftanz des Polarsterns, wie sie durch die Refraction verändertwird, ebenfalls schon kennt, so wird man das bereits in der Ebene desMeridians liegende Fernrohr auf denjenigen Punkt des Kreises LL'stellen, der von dem Polpunkte desselben um diese Poldistanz des Sternsentfernt ist, und nun zusehen, ob im Augenblicke der Kulmination derStern, nicht nur wie zuvor auf den Stundenfaden, sondern auch aufden Declinations faden des Fernrohrs trifft. Ist dieß nicht der Fall,so wird man durch den Gehülfen einen der beiden Endpunkte L oder 1so viel höher oder tiefer schrauben lassen, bis der Deklinationsfaden denStern genau bedeckt, und dann wird also auch die zweite der oben ge-nannten Bedingungen erfüllt seyn.
Liest man endlich in der so erhaltenen Stellung des Instruments
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... Kreises LL' bei der Zahl
Sternzeit der Beobachtung, wo der Stern im Durchschnitte des Faden-kreuzes stand, gleich 1^ 2' 30" war, so kann man auch daraus die Feh-ler des Standes dieser beiden Verniere finden. Denn gesetzt, die Recta^-cension des Polarsterns ist 59' 58" und die Poldistanz desselben 1°34' 14", so wird die Sternzeit weniger der Rectascension der wahreStundenwinkel des Sterns zur Zeit seiner Beobachtung ;eyn. Dieser
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