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§. is5. Beschreibung und Gebrauch dec astrvuom. Instrumente. 721
ben zusammengehaltenen Theilen bestehen. Diese Kreise haben bereitsan vielen Sternwarten Deutschlands durch eine sehr große Anzahl tröst-licher Beobachtungen, der Pol- und Zenithdistanzeu sowohl, als auch derRecrasceusioueu, ihre Vvrzüglichkeit bewährt und daher auch, bei denAstronomen die>es Landes, allgemeinen Eingang gefunden. Nicht so inEngland, wo man noch die ältere Einrichtung vorziehen will, und woman zu der vielleicht noch zu wenig bekannten deutschen Bauart keinVertrauen hegt
H. 195. (Multiplikationskreise.) Die bisher betrachteten Meridian-und Mauer-Kreise sind, wie schon ihre Benennung zeigt, vorzugsweisenur zu solchen Beobachtungen bestimmt, die in dex^Ebene des Meridiansvorgenommen werden. Da sie aus dieser Ursache einen fixen Stauo
es eigentlich, welche den Werth einer Sternwarte konstituiren, undsie werden daher auch immer dort angewendet, wo man in den Beobach-tungen eine vorzügliche Genauigkeit verlangt.
Aber es gibt auch öfters Fälle, wo man außer dem Meridian be-
ben absichtlich so weit als möglich von dem Meridian entfernt nehmen.Zu diesen und ähnlichen Zwecken eignet sich nun besonders der Multi-plikationskreis, den man in Fig. 107 abgebildet sieht.
Er besteht in zwei koucentrifchen Kreisen m m und u n, die sich ineiner Vertikalfläche um ihre gemeinschaftliche horizontale Axe drehen,welche letztere an einer vertikalen Säule ^ befestiget ist. Diese cylin-drische Axe selbst ist in der Figur nicht sichtbar, da sie von dem zur Auf-nahme dieser Axe durchbohrten Würfel U, au dem obersten Theile derSäule lilF und durch den bohlen Cylinder (M bedeckt wird. Ein Endedieser horizontalen Axe steht auf der Rückseite des Würfels bei U übexdemselben etwas hervor, sowie auch der Cylinder an seiner unternSeite eine Oeffnung hat, durch die man zu dein andern Endpunkte die-ser Are gelangen kann. Man hat diese beiden Enden der Are zu derAbsicht frei gelassen, um an sie die Haken einer Hänglibelle anbringenzu können, durch die man, wie man bald sehen wird, diese Axe genauhorizontal, also auch die Ebene der beiden Kreise in und n genau verti-
'') So sagt Al'n) in seiner Geschichte der Astronomie der letzten drei Jahr-zehnte : Instrument ot tliis lckntt in <7srinZn^ ivoultt 1 conceive Imbelow mecliocritz-, unless tbe worlimsnslüy vrere not exguisits, nncl>vlien mncle in tlie liest possilils I cimmit but tliinle, tlmt its me-
ebanieal structurs is extremes ^reiilt. Er tadelt bei Reichenlachs Ein-richtung vorzüglich, daß das Fernrohr mit seinen beiden Enden nichtunmittelbar mit dem Kreise verbunden ist, wie bei den Mauerkreisenvon Troughton; daß der Gebrauch des deutschen Kreises nicht ohnellmwendung statt haben könne; daß diese Hinwendung nicht so leicht,wie bei den Kreisen in Palermo und Turin geschehen sott, und daherauch nur zuweilen und gelegentlich vorgenommen werde und dergl., unsschließt endlich damit, tlmt tlus Instrument is little knowa in LmZlantt.
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