Beschreibung und Gebrauch der astrvnvm. Instrumente.
Z. 182.
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sie in >4 Stunden 5 Minuten Uhrzeit um 0.4 Sekunden gegen Stern-zeit vorausgeht, so daß sie also, wenn man ihren Gang' gleichförmigannimmt, in jeder Stunde um 0.028 Sekunden gegen Sternzeit voraus-eilt. Aus mehreren solchen Beobachtungen wird man das Mittel nehmen,und so den Stand und Gang der Uhr gegen die große Himmelsuhr odergegen die wahre Sternzeit mit aller nur wünschenswertsten Schärfe be-stimmen können.
Um nun auch, nachdem der Zustand der Ubr vollkommen bekanntist, die Rectasceusionen solcher Gestirne, deren Ort am Himmel mannoch nicht kennt, durch das Mittagsrohr zu bestimmen, wird man kurzvor der Culmination degelben das Fernrohr auf dieses Gestirn stellen,und wieder die Uhrzeilen der Durchgänge desselben durch die drei Fädenbemerken. Gesetzt, man habe an demselben Tage von irgend einem Ko-meten beobachtet
am ersten Faden die Uhrzeit 10 St. 43 M. 16.2 S.zweiten .... 10 44 20.4dntten . . . . 10 45 24.3
Das Mittel dieser drei Zahlen ist 10 Stunden 44 Minuten 20.3Sekunden, und dieß ist also auch zugleich die Uhrzeit der Culminationdes Kometen. Allein die Uhr ging um 4 Stunden 27 Minuten Uhrzeitbereits um 1 Minute 13 .8 Sekunden gegen Sternzeit voraus und acce-lerirt in jeder Stunde um 0.028 Sekunden, also ging sie zur Zeit derBeobachtung des Kometen um 1 Minute 13.08 Sekunden gegen Stern-zeit voraus, oder der Komet cnlminirte, wie aus dieser Beobachtungund aus dem bereits bekannten Fehler der Uhr folgt, um 10 Stunden43 Minuten 6.32 Sekunden Sternzeit, und dieß ist daher auch (I. tz. 161)die gesuchte Rectascension des Kometen.
Das Vorhergehende wird hinreichen, die Einrichtung und den Ge-brauch des Mittagsrohrs jedem Leser deutlich zu machen. Ich habe michabsichtlich etwas umständlicher darüber verbreitet, da das Instrumenteines der wichtigsten der neueren Astronomie ist, und da das, was hiervon ihm gesagt worden ist, sich mit einigen Aenderungen auch auf andereMeridianinstrumente anwenden läßt.
H. 182. (Zeitbestimmung bloß durch Hülfe eines einfachen Fernrohrs.)
Da eine genauere Kenntniß der Zeit nicht bloß dem Astronomen noth-wendig, sondern auch jedem Anderen willkommen ist, desien Geschäfteauf irgend eine Art genau an die Zeit gebunden sind, so wollen wirhier einige Mittel zu diesem Zwecke mittheilen, von welchen man meh-rere selbst ohne alle eigentliche Instrumente anwenden kann.
Das einfachste unter allen ist ohne Zweifel der Gnomon, vonwelchem wir schon oben (Z. §. 40) gesprochen haben, und der in einemgeradlinigen, auf horizontalem Boden senkrecht aufgestellten Stäbe be-steht. Dieje Lage des Stabes oder der Stange wird man leicht mittelsteines Bleilothes erhalten. Wird ein solcher Stab den Sonnenstrahlenausgesetzt, so bemerkt man, daß der Schatten desselben auf der horizon-talen Ebene um den Stab herumgeht, und daß er immer kürzer wird,je näher die Sonne an dem Meridian, oder je näher die Zeit demMittage i?B In gleichen Entfernungen von dem Mittage, z. B. dreioder vier Stunden vor und nach dem Mittage eines gegebenen Tages,bat dieser Schatten gleiche Länge und steht auch, zu beiden Seiten desMeridians, gleichweit von ihm ab, so daß also dieser Schatten vor und
nach dem Mittage mit der Mittagslinie (Einl. H. 15) gleiche Win-kel macht.
Dieie wenigen Bemerkungen reichen hin, eine Sonnenuhr der ein-
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