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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
462
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^2 Doppelsterne. S. 210-211.

deren ie iwei einander sehr nahe stehen, auf einmal in dem Felde desT-ernrobrs. Dieß ist z. B. der Fall bei O Leier und im Sternbilde desSchwans (XII 20li, Pold. ^ 54° 42').

H. 210. (Drei- und mehrfache Sterne.) Zuweilen bemerkt man auchdrei Sterne in einer großen Nähe bei einander. Ein solcher ist z. B.im Orion (XiI 4i> 49', Pold. 75° 45'), von denen zwei der VII.und der dritte der X. Größe ist. Andere sieht man im Luchse (XII 6I130', Pold. 30° 23') bei 5 Krebs, L Waage, 7 Stier u. f. Im Stierfindet sich ein Doppelstern der vierten Klasse, wo der größere Sternselbst wieder ein Doppelstern der ersten Klasse ist. Ein ähnlicher drei-facher Stern ist ih in der Cassiopeia. In den Trippelsternen von n Ein-horn, ^ Krebs, ch Waage gehören alle drei Sterne zu den größeren.

Auch vier- und mehrfache Sterne sind nicht selten am Himmel zufinden. Ein solcher vierfacher Stern ist -6- im Orion. Er steht nahe indem dunkelsten Theile des merkwürdigen Nebels im Orion, und dievier Sterne desselben bilden ein nahe regelmäßiges Viereck. Obschondieser schöne Gegenstand seit langer Zeit von den Astronomen mit denbesten Fernröhren beobachtet worden ist, so entdeckte doch Struve i. I.1825 in der Mitte dieses Vierecks noch einen kleinen fünften Stern,der seitdem so hell geworden ist, daß ihn jetzt jeder, mit einem gutenFernrohr versehene Beobachter, ohne Anstand bemerken kann. Es scheintdaher, daß dieser neue Stern erst in den letzten Zeiten entstanden, unddaß er jetzt im Wachsen begriffen ist. Oft sieht man auch zwei Ster-nenpaare, nahe bei einander, zugleich im Felde des Fernrohrs, wie bei5 Leier, cr Orion, und in XII 7li 48' und Pold. 34° 9' oder inXII I6I1 24' und Pold. 70° 33, n. f.

Ohne die übrigen vielfachen Sterne hier noch weiter zu verfolgen,bemerken wir nur, daß Strnve den Stern o- im Orion, unmittelbar un-ter dem tiefsten der drei Sterne, die unter dem Namen des Jacobsfta-bes bekannt sind, sogar als einen sechszehnfachen Stern erkannt hat.

H. 211. (Bewegung der Doppelsterue um einander.) Wir haben be-reits oben gesagt, daß die Doppelfterne, so wie überhaupt alle Sternedes Himmels, eine eigene fortschreitende Bewegung im Raume ha-ben, und daß sie, dieser Bewegung ungeachtet, nicht aufhören, doppeltzu bleiben, daß also diese Sternpaare ihren großen Weg im Weltraumewie zwei eng verbundene Wanderer gemeinschaftlich zurücklegen. Dermerkwürdigste unter diesen Zwillingssternen ist der oben erwähnte Dop-pelstern 61 im Schwan. Man findet ihn am Himmel zwischen den bei-den größeren, aber einfachen Sternen v und r dieses Sternbildes bei-nahe in der Mitte derselben oder in der Nectascension 21I1 0' und Pvl-distanz 52° 3'. Dieser Stern hat eine sehr große eigene Bewegung,nämlich in 100 Jahren durch 503" in Rectasceusion und durch 339" inDeclination. Sie sind alle beide von der sechsten Größe, und ihre Di-stanz beträgt nahe 15 Secunden. Aus den angeführten zwei Bewegun-gen dieses Doppelfterns folgt, daß er sich, während einem Jahrhundert,in der Richtung seiner Bahn durch 607 Secunden bewegt. Dieser Sternhat also seit Christi Geburt über drei Grade, d. h. über sechs Mond-durchmesser am Himmel zurückgelegt, ohne von seinem Begleiter auchuur einen Augenblick verlassen worden zu seyn.

Wenn aber eine so große, gemeinschaftliche Bewegung der beidenSterne eines Doppelgestirns schon so deutlich für ihr inneres Zusam-mengehören spricht, so wird dafür durch eine andere Bewegung, die manan ihnen bemerkt hat, diese Vermuthung zu einer nicht weiter zu be-zweifelnden Gewißheit erhoben. Man hat nämlich schon bei sehr vielen