Druckschrift 
Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
60
Einzelbild herunterladen
 

-. L XX' -V'-^

s ^

xV>

^ . V

- / ^ X' .) '

-M 7". l -

^ '>'

'»/.

n

>7"/

- -v

ff.-

s

'« /.' '-tz' j

!" X-X'

t

>«' .> ',

X ^'>» ..

l », >

XX ^

», ^ >i ^ ^

l X

I

» <

'

l '

X '.'

M ' >«-'

^Xx> t

^ X

i.,

-S'

j'.

.'X

^ »

^Xx

</.- ->

S!

s' -'

;':' > '

k 7^ > . X

! ' ^ ^!> c,,1

'' '-'f

^ ^ '

M'-X,

V/ > ^ <

-V ' -

^x ^ -

Jährliche Bewegung der Sonne.

gewissen Jahreszeit um Mitternacht aufgehen, sechs Monate später umMitternacht untergehen. Nicht minder bekannt ist der schöne Stern Al-debaran, der größte der Hyaden im Sternbilde des Stiers. Um dieMitte des Mai steht man ihn noch bald nach Sonnenuntergang auf derWestseite in der Nähe der Sonne, nach welcher er etwa in einer Stundeebenfalls untergeht. Gegen das Ende dieses Monats sieht man ihn garnicht mehr, weil die Sonne an dieselbe Stelle des Himmels gekommenist, die Aldebaran einnimmt. Aber gegen das Ende des Jnnius erblicktman ihn wieder auf der Ostseite auf einige Augenblicke knrz vor demAufgange der Sonne, und nun steht man ihn mit jedem folgenden Tageimmer früher vor der Sonne aufgehen, so daß er also auch immer län-ger in den letzten Stunden der Nacht sichtbar bleibt, bis er endlich indem Lichte der aufgehenden Sonne, oder mit dem Anbruche des hellenTages, verschwindet. Die Alten waren auf diese Verschwindung derSterne oder auf die Zeit, wo ein Stern mit der Sonne zugleich auf-und untergeht, sehr aufmerksam, uud sie nannten dieselbe den cos mi-schen Auf- und Untergang, so wie sie die Zeit, wo der Stern kurz vordem Aufgange der Sonne auf-, und kurz nach dem Untergänge dersel-ben untergeht, den he tischen Auf- und Untergang des Sterns hießen.Aus der Wiederkehr dieser Phänomene, also aus dem Ein- und Aus-tritte gewisser Sterne in und aus den Sonnenstrahlen, schloß man ganzrecht, daß auch die Sonne wieder an derselben Stelle des Himmels sey,daß sie also in der Zwischenzeit ihren ganzen Umlauf um die Erde zu-rückgelegt habe. Man nennt diese Zeit eines Umlaufs der Sonne be-kanntlich das Jahr, und die Alten wurden, eben durch diese Art vonBeobachtungen, bald gewahr, daß die Länge oder die Dauer diesesJahrs nahe 365 X Tage betrage.

Am deutlichsten bemerkt man dieses Fortrücken der Sonne, wennman auf diejenigen Sterne merkt, die zu verschiedenen Jahreszeiten umMitternacht am höchsten in Süden stehen, also eben durch den Meridian(Einl. H. 14) des Beobachters gehen. Im Anfange des Frühlings sehen wirum Mitternacht am südlichen Himmel die Sternbilder des Löwen und derJungfrau; in den ersten Sommernächten, zur Zeit der Mitte des Jnnius,das Sternbild des Hercules und die zwei schönen Sterne Wega in derLeyer und Atair im Adler; im Anfange des Herbstes den Pegasus,die Kasstopeia und Andromada, und im Anfange des Winters endlich,oder gegen das Ende des Jahres den Stier mit den oben erwähntenHyaden und Pleiaden, ferner Sirius, den größten aller Fixsterne, undOrion, das schönste aller Sternbilder. Da nun alle diese, der Sonnein den verschiedenen Jahreszeiten gegenüberstehenden Sterngruppen inder oben angeführten Ordnung von West gegen Ost um den Himmelliegen, so muß auch die Sonne selbst in ihrer jährlichen Bewegung sichin derselben Richtung, oder ebenfalls von West gen Ost, bewegen.

Uebrigens lassen sich diese Erscheinungen allerdings auch eben so gutdurch eine eigene Bewegung der Sonne gegen Ost, als durch eine ge-meinschaftliche Bewegung des gesummten Himmels mit allen seinen zahl-losen Fixsternen gegen West erklären. Wenn wir aber nicht wieder, wiein dem vorhergehenden Kapitel bei der Rotation der Erde, in den Wi-derspruch fallen wollen, die ganze Welt um einen einzigen Punkt zu be-wegen, bloß weil wir diesen Punkt, ohne allen weiteren Grund, fürunbeweglich gelten lassen wollen, so werden wir sofort für die erste die-ser Erklärungen, für eine Bewegung der Sonne gen Ost, stimmen müs-zen, um so mehr, da der Mond und alle übrigen oben erwähnten Pla-neten ebenfalls, und zwar mit ganz andern Geschwindigkeiten, und nach

tX