phaltpflastcr der hiesigen Gesellschaft, gedeiht raschzur blühendsten Verrücktheit, was in Deutschlandlebenslang nur eine närrische Krüppelpflanze ge-blieben wäre. Oder zeugt es schon von einem hohenGrade des Wahnwitzes, dass man das Vaterlandverließ, um in der Fremde „die harten Treppen"ans und ab zu steigen, und das noch härtere Brotdes Exils mit seinen Thräncn zu feuchten? Manmuss jedoch bei Leibe nicht glauben, als seien es cxccn-trischc Sturm- und Drangnaturcn, oder gar Freundedes Müßiggangs und der entfesselten Sinnlichkeit,die sich hier in die Abgründe des Irrsinns ver-lieren — nein, dieses Unglück betraf immer vor-zugsweise die honorabclsten Gemüthcr, die fleißigstenund enthaltsamsten Geschöpfe.
Zu den bcklagenswerthesten Opfern, die jenerKrankheit erlagen, gehört auch unser armer Lands-mann Ludwig Marcus. Dieser deutsche Gelehrte,der sich durch Fülle des Wissens eben so rühmlichauszeichnete, wie durch hohe Sittlichkeit, verdientin dieser Beziehung, dass wir sein Andenken durcheinige Worte ehren.
Seine Familienverhältnisse und das ganze De-tail seiner Lebensumstände sind uns nie genau be-kannt gewesen. Soviel ich weiß, ist er geboren zuDessau im Jahre 1798, von unbemittelten Eltern,