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14 (1862) Vermischte Schriften : Th. 2
Entstehung
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werden, und es nie gcwusst haben; aber man mussdann auch zu Hanse geblieben sein. Das Wesendes Frühlings erkennt man erst im Winter, undhinter dem Ofen dichtet man die besten Mailieder.Die Freihcitslicbe ist eine Kerkcrblumc, und erstim Gefängnisse fühlt man den Werth der Freiheit.So beginnt die deutsche Vaterlandsliebe erst an derdeutschen Grenze, vornehmlich aber beim Anblickdeutschen Unglücks in der Fremde. In einem Buche,welches mir eben zur Hand liegt und die Briefeeiner verstorbenen Freundin enthält, erschütterte michgestern die Stelle, wo sie in der Fremde den Ein-druck beschreibt, den der Anblick ihrer Landsleuteim Kriege 1813 in ihr hervorbrachte. Ich will dielieben Worte hierhersetzen:

„Den ganzen Morgen Hab' ich häufige, bittereThräncn der Rührung und Kränkung geweint! O,ich habe es nie gcwusst, dass ich mein Land soliebe! Wie Einer, der durch Physik den Werth desBlutes etwa nicht kennt; — wenn man's ihm ab-zieht, wird er doch hinstürzen."

Das ist es. Deutschland, Das sind wir selber.Und darum wurde ich plötzlich so matt und krankbeim Anblick jener Auswanderer, jener großen Blut-ströme, die aus den Wunden des Vaterlandes rin-nen und sich in den afrikanischen Sand verlieren.