Bin ich nicht hcntc sehr bescheiden?
Ihr könnt euch darauf verlassen, die Beschei-denheit der Leute hat immer ihre guten Gründe.Der liebe Gott hat gewöhnlich die Ausübung derBescheidenheit und ähnlicher Tugenden den Seinensehr erleichtert. Es ist z. B. leicht, dass man seinenFeinden verzeiht, wenn man zufällig nicht so vielGeist besitzt, um ihnen schaden zu können, so wiees auch leicht ist, keine Weiber zu verführen, wennman mit einer allzuschäbigcn Nase gesegnet ist.
Die Scheinheiligen von allen Farben werdenüber manches Gedicht in diesem Buche wieder sehrtief seufzen — aber es kann ihnen Nichts mehrhelfen. Ein zweites, „nachwachsendes Geschlecht" hateingesehen, dass all mein Wort und Lied aus einergroßen, gottfrcndigcn Frühlingsidce emporblühtc,die, wo nicht besser, doch wenigstens eben so re-spektabel ist, wie jene triste, modrige Aschcrmitt-wochsidce, die unser schönes Europa trübselig cnt-blnmt und mit Gespenstern und Tartüffcn bevölkerthat. Wogegen ich einst mit leichten Waffen fron-dicrte, wird jetzt ein offener ernster Krieg geführt— ich stehe sogar nicht mehr in den ersten Reihen.
Gottlob! die Revolution des Julius hat dieZungen gelöst, die so lange stumm geschienen; ja,da die plötzlich Erweckten Alles, was sie bis dahin