Druckschrift 
14 (1862) Vermischte Schriften : Th. 2
Entstehung
Seite
20
Einzelbild herunterladen
 

— 20 —

pital wohlgeordneter Staaten, nnd dass hierin nichtbloß eine rednerische Figur zu suchen, dafür bürgtder erhabene Geist dieses außerordentlichen Man-nes, dessen ganzes Leben dem Dienste einer ver-nünftigen Freiheit gewidmet war."

Durch dasselbe Beispiel ließe sich zeigen, wieder edle Graf durch Halbkenntnissc getäuscht wird.Burkcn nämlich gebührt keineswegs das Lob, daser ihm spendet; denn ihm fehlt jene EousistouO^,welche die Engländer für die erste Tugend einesStaatsmannes halten. Burkc besaß nur rhetorischeTalente, womit er in der zweiten Hälfte seines Le-bens die liberalen Grundsätze bekämpfte, denen erin der ersten Hälfte gehuldigt hatte. Ob er durchdiesen Gesinnungswechsel die Gunst der Großen er-kricchcn wollte, ob Sheridans liberale Triumphein St. Stephan ans Depit und Eifersucht ihnbestimmten, als Dessen Gegner jene mittelalterlicheVergangenheit zu verfechten, die ein ergiebigeresFeld für romantische Schilderungen und rednerischeFiguren darbot, ob er ein Schurke oder ein Narrwar, Das weiß ich nicht. Aber ich glaube, dass esimmer verdächtig ist, wenn man zu Gunsten derregierenden Gewalt seine Ansichten wechselt, unddass man dann immer ein schlechter Gewährsmannbleibt. Ein Mann, der nicht in diesem Falle ist,