und transccndcntalc Träume, wobei uns der Mord-spcktakcl der westlichen Nachbarschaft zuweilen rechtstörsam wurde, ja sogar recht verdrießlich, da nichtselten die französischen Flintenkugcln in unsere phi-losophischen Systeme hineinpfiffen und ganze Fetzendavon fortfegtcn.
Seltsam ist es, dass das praktische Treibenunserer Nachbarcn jenseits des Rheins dennoch eineeigene Wahlverwandtschaft hatte mit unserem phi-losophischen Träumen im geruhsamen Deutschland.Man vergleiche nur die Geschichte der französischenRevolution mit der Geschichte der deutschen Phi-losophie, und mau sollte glauben: die Franzosen,denen so viel'wirkliche Geschäfte oblagen, wobei siedurchaus wach bleiben mufften, hätten uns Deutscheersucht, unterdessen für sie zu schlafen und zu träu-men, und unsere deutsche Philosophie sei nichts An-ders, als der Traum der französischen Revolution.So hatten wir den Bruch mit dem Bestehenden undder Überlieferung im Reiche des Gedankens, ebenso wie die Franzosen im Gebiete der Gesellschaft,um die Kritik der reinen Vernunft sammelten sichunsere philosophischen Jakobiner, die Nichts geltenließen, als was jeuer Kritik Stand hielt, Kant warunser Robespicrrc. — Nachher kam Fichte mit sei-nem Ich, der Napoleon der Philosophie, die höchste