„Bevor wir die Literatur der politischen Praxisbetrachten, wollen wir einen Blick auf die Theorienwerfen. Alle Praxis geht von den Theorien ans.Es ist jetzt nicht mehr die Zeit, da die Völker auseinem gewissen sinnlichen Übermuthe oder aus zu-fälligen örtlichen Veranlassungen in einen vorüber-gehenden Hader gcrathen. Sie kämpfen vielmehr umIdeen, und eben darum ist ihr Kampf ein allgemei-ner, im Herzen eines jeden Volks selbst, und nurin so fern eines Volks wider das andere, als beidem einen diese, bei dem anderen jene Idee dasÜbergewicht behauptet. Der Kampf ist durchausphilosophisch geworden, so wie er früher religiösgewesen. Es ist nicht ein Vaterland, nicht ein großerMann, worüber man streitet, sondern es sind Über-zeugungen, denen die Völker wie die Helden sichunterordnen müssen. Völker haben mit Ideen ge-siegt, aber sobald sie ihren Namen an die Stelleder Idee zu setzen gewagt, sind sie zu Schanden ge-worden; Helden haben durch Ideen eine Art vonWeltherrschaft erobert, aber sobald sie die Idee ver-lassen, sind sie in Staub gebrochen. Die Menschenhaben gewechselt, nur die Ideen sind bestanden. DieGeschichte war nur die Schule der Principien. Dasvorige Jahrhundert war reicher an voraussichtigcnSpekulationen, das gegenwärtige ist reicher an Rück-
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