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13 (1862) Vermischte Schriften : Th. 1
Entstehung
Seite
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Jugendlich unreif, wie das Alter ihres Ver-fassers, war „Klytämncstra"; ihre Bewunderer gehör-ten zu jenen Auserlesenen, die Grillparzcr's „Sappho"als das höchste Muster dieser griechischen Gattunganstaunen, ihre Tadler gehörten theils zu Solchen,die nur tadeln wollten, theils zu Solchen, die wirk-lich Recht hatten. Es ist nicht zu leugnen, in denGestalten dieser Tragödie war nur ein äußeres Schein-leben, und ihre Reden waren ebenfalls Nichts alseitel Schein. Da war kein echtes Gefühl, sondernnur ein herkömmlich theatralisches Aufblühen, keinbegeistertes Wort, sondern nur stelzcnhaftc Kvmö-diantcnhofsprache, und bis auf einige echte Veilchenwar Alles nur ausgeschnitzcltcs Papierblumcnwcrk.Das Einzige, was sich nicht verkennen ließ, war eindramatisches Talent, das sich unabweisbar kund gab,trotz aller angelernten Unnatur und bedauernswür-digen Misslcitung.

Dass der Verfasser Dergleichen selbst ahnte, be-wies sein zweites Trauerspiel: „Die Bräute vonArragonien". Hie und da glänzt darin schon eineechte Flamme, echte Leidenschaft bricht hie und dahervor, etwas Poesie ließ sich nicht abweisen, aber,obgleich schon die papiernen Putzmacherblumen be-seitigt sind und echte, organische Blumen zum Vor-scheine kommen, so verrathcn diese doch immer noch