eine Trompctc hörtc, so steigt das Hochgefühl man-cher Berlinerin, wenn sie ein Körncr'schcS Lied hört;sie legt die Hand graciöse auf den Busen, quietschteinen bodenlosen Wonncscnfzcr, erhebt sich muthigmic Johanna von Montfancon, und spricht: „Ich bineine deutsche Jungfrau."
Ich merke, mein Lieber, Sic sehen mich etwassauer an wegen des bittcrn, spottenden Tones,womit ich zuweilen von Dingen spreche, die andernLeuten theuer sind und theuer sein sollen. Ich kannaber nicht anders. Meine Seele glüht zu sehr fürdie wahre Freiheit, als dass mich nicht der Unmuthergreifen sollte, wenn ich unsere winzigen, brcit-schwatzcnden FrcihcitShclden in ihrer aschgrauen Arm-seligkeit betrachte; in meiner Seele lebt zu sehrLiebe für Deutschland und Verehrung deutscher Herr-lichkeit, als dass ich einstimmen könnte in das un-sinnige Gewäsche jener Pfcnnigsmenschcn, die mitdem Deutschthnmc kokettieren; und zu mancher Zeitregt sich in mir fast krampfhaft das Gelüste, mitkühner Hand der alten Lüge den Heiligenschein vomKopf zu reißen, und den Löwen selbst an der Hautzu zerren, — weil ich einen Esel darunter vcrmuthc.
Vom Schauspiel will ich Ihnen auch diesmalWenig schreiben. Der Komiker Walter hat hier eini-gen Beifall gehabt; was mich betrifft, so kann ich