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18 (1863) Dichtungen : Th. 4, Romancero. Letzte Gedichte
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IV,

Zu Seite 195:

Jchuda bcn Halcvy.

Das Lied, das der Levit Jehuda gesungen, ist als Pracht-diadem um der Gemeinde Haupt geschlungen, als Perlenschnur hältes ihren Hals umrnngen. Er, des Sangestempels Säul' und Schaft,

weilend in den Hallen der Wissenschaft, der Gewaltige, der Liedcs-speerschminger, der die Riesen des Gesanges hingestreckt, ihr Siegerund Bezwinger. Seine Lieder nehmen den Weisen den Dichtermuth,

fast schwindet vor ihnen Assaph's und Jednthan's Kraft und Gluth,

und der Korachiten Gesang däucht zu lang. Er drang in derDichtkunst Speicher und plünderte die Vorräthe, und entführte dieherrlichsten Geräthe, er ging hinaus und schloss das Thor, dassKeiner nach ihm es betrete. Und Denen, die folgen den Spuren seinesGanges, zu erlernen die Kunst seines Sanges, nicht seines Sieges-wagens Staub zu erreichen gelang es. Alle Sänger führen im Mundesein Wort, und küssen seiner Füße Ort. Denn in der künstlichenRede Werke zeigt sich seiner Sprache Kraft und Stärke. Mitseinen Gebeten reißt er die Herzen hin, sie überwindend, in seinenLiebesliedern mild wie der Thau, und wie feurige Kohlen zündend,und in seinen Klagetönen lässt er strömen die Wolke der Thränen,

in den Briefen und Schriften, die er verfasst, ist alle Poesie ein-

gefasst." (NU S.I Al Ch l NU-