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18 (1863) Dichtungen : Th. 4, Romancero. Letzte Gedichte
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derselben Stelle hin, wo sie getrunken hatten. Nun nahm er, da esschon tief in der Nacht war, den Leib deS Bruders herunter, und schorauch noch allen Wächtern zum Schimpf den rechten Backenbart ab, legtedann den Leichnam auf die Esel und trieb sie nach HauS, nachdem erso, was ihm seine Mutter geboten, vollzogen hatte.

Der König soll cS aber, als ihm gemeldet wurde, der Leichnamdes Diebes sei entwendet, sehr arg empfunden haben; und da er durch-aus ausfindig machen wollte, wer in aller Welt Solches angestellthabe, soll er, was mir einmal nicht glaubwürdig ist, Folgendes gethanhaben. Er liest seine Tochter in der Bude feil sitzen, und gab ihr auf,Jeden ohne Unterschied anzunehmen; che sie aber zusammenkämen, müsseihr Jeder den klügsten und den sündlichsten Streich sagen, den er inseinem Leben auSgcsührt, und wenn da Einer die Geschichte mit demDieb erzähle. Den solle sie ergreifen und nicht herauslassen. Dies thatdas Mädchen, wie es ihr vom Vater geboten war; der Dieb aber, derverstand, wo Das hinaus wolle, beschlosS, den König noch an Verschla-genheit zu übertreffen, und soll Folgendes gethan haben. Er schnitt denganzen Arm vom frischen Leichnam bei der Schulter ab und nahm ihnunter dem Mantel mit. So ging er zur Tochter des Königs, und dasie ihn ebenso wie die Andern befragte, erzählte er ihr, als seinensündlichsten Streich, dass er seinein Bruder, der in, Schatz des Königsin eine Schlinge siel, den Kopf abgeschnitten, und als den klügsten,dass er die Wächter trunken gemacht und den aufgehängten Leichnamseines Bruders herunter gcnommen habe, AIS sie Das hörte, wolltesie ihn fassen; der Dieb aber streckte ihr im Dunkeln den Arm desTobten hin, woraus sie dann Zugriff und ihn hielt, in der Meinung,seinen eigenen Arm festzuhalten; und nun liest er denselben los undentwischte schnell zur Thüre hinaus, AIS nun auch Dieses dem Konighinlerbracht wurde, ward er ganz betroffen über die Schlanigkcit undKühnheit des Mcnschcn. Zuletzt soll er aber in sämmtlichc Städte eineVerkündigung haben ausgehen lassen, mit Gewährung von Straflosig-keit und mit grossen Versprechungen, wenn er sich vor sein Angesichtstellen würde. Dem habe der Dieb getraut und sich ihm gestellt; undRhampscnituS habe ihn höchlich bewundert, ja ihm jene Tochter zurHaussrau gegeben, als dem allergescheitesten Mcnschcn; wiesen! er näm-lich die Ägypticr über alle Andere setzte, und ihn über die Ägyptter."