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18 (1863) Dichtungen : Th. 4, Romancero. Letzte Gedichte
Entstehung
Seite
29
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Und träumend in sein Herze stahlSich dieses hohe Ideal.

„Sehnsucht verzehrt ihn seit jener Stund',Und er, der vormals so froh und gesund,

Er ist ein vicrfüßiger Werther geworden,Und träumt von einer Lotte im Norden.

„Geheimnisvolle Sympathie!

Er sah sie nie und denkt an sie.

Er trampelt oft im Mondschein umherUnd seufzet: ,Wcnn ich ein Vöglcin war'!'

„In Siam ist nur der Leib, die GedankenSind bei Bianka' im Lande der Franken;

Doch diese Trennung von Leib und SeeleSchwächt sehr den Magen, vertrocknet die Kehle.

„Die leckersten Braten widern ihn an,

Er liebt nur Dampfnudeln und Ossian;Er hüstelt schon, er magert ab,

Die Sehnsucht schaufelt sein frühes'Grab.

„Willst du ihn retten, erhalten sein Leben,Der Säugethierwelt ^ ihn wiedergeben,

O König, so schicke den hohen KrankenDirekt nach Paris, der Hauptstadt der Franken.

„Wenn ihn alldort in der WirklichkeitDer Anblick der schönen Frau erfreut,

Die seiner Träume Urbild gewesen,

Dann wird er von seinem Trübsinn genesen.