Druckschrift 
10 (1862) Französische Zustände : Th. 3, Die parlamentarische Periode des Bürgertums. Hälfte 2
Entstehung
Seite
201
Einzelbild herunterladen
 

mir in solchen Momenten immer vor wie ein Hirt,der seine Herde mustert. Sie gehören ihm ja alle,ihm, dem Perpctuellcn, der sie alle überleben undsie früh oder spät in seinen ?reeis llistori^nssfreieren und einbalsamieren wird. Er scheint einenJeden Gesundheitszustand zu prüfen, um sich zuder künftigen Rede vorbereiten zu können. Deralte Ballanchc sieht sehr krank ans, und Mignetschüttelt den Kopf. Da jener arme Mann gar keinLeben gelebt und auf dieser Erde gar nichts An-deres gethan hat, als dass er zu den Füßen vonMadame Recamier saß und Bücher schrieb, dieNiemand liest und Jeder lobt, so wird Mignetwirklich seine Roth haben, ihm in seinem ?röoisllistoriHns eine menschliche Seite abzugewinnen,und ihn genießbar zu machen.

In der heurigen Sitzung war der verstorbeneDaunou der Gegenstand, den Mignet behandelte^).

") Statt des obigen Briefanfangs, heißt es in der „Zei-tung für die elegante Welt": „In der L.saä6mis äss seisn-aas morales st xolitignes, jener Sektion des Institut deFrance, die am meisten Lebenskraft äußert und die verjähr-ten Spötteleien gegen Akademiker ganz zu Schanden macht,wurden jüngst auch neue Arbeiten über deutsche Philosophieangekündigt, und hier wird auch nächstens die Preisschriftüber Kant gekrönt werden. Die diesjährige öffentliche Siz-zung, welche vorigen Sonnabend stattfand, war eine jener