sind so einfach, wie der Hunger, wie der Neid,wie der Tod. Das lernt sich so leicht.
Doch lasst uns dieses trübe Thema verlassenund wieder zu den heitern Gegenständen übergehen,die hinter den Spicgelfenstern auf der Rue Vivienneoder den Boulevards ausgestellt sind. Das funkelt,Das lacht und lockt! Keckes Leben, ausgesprochenin Gold, Silber, Bronze, Edelstein, in allen mög-lichen Formen, namentlich in den Formen aus derZeit der Renaissance, deren Nachbildung in diesemAugenblick eine herrschende Mode. Woher die Vor-liebe für diese Zeit der Renaissance, der Wiederge-burt oder vielmehr der Auserstehung, wo die antikeWelt gleichsam aus dem Grabe stieg, um dem ster-benden Mittelalter seine letzten Stunden zu ver-schönen? Empfindet unsre Jetztzeit eine Wahlver-wandtschaft mit jener Periode, die, eben so wie wir,in der Vergangenheit eine verjüngende Quelle suchte,lechzend nach frischem Lebenstrank? Ich weiß nicht,aber jene Zeit Franz I. und seiner Geschmacksge-nossen übt aus unser Gemüth einen fast schauer-lichen Zauber, wie Erinnerung von Zuständen, diewir im Traum durchlebt; und dann liegt ein un-gemein origineller Reiz in der Art und Weise, wiejene Zeit das wiedergefundene Alterthum in sich zuverarbeiten wusste. Hier sehen wir nicht, wie in der