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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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222 Deutschland.

„Die alte Börse ist verbrannt,

Wo unsere Väter gewandelt,llnd miteinander Jahrhunderte langSo redlich als möglich gehandelt.

„Die Bank, die silberne Seele der Stadl,Und die Bücher, wo eingeschriebenJedweden Mannes Banko-Wert,

Gottlob! sie sind uns geblieben!

„Gottlob, man kollckticrte für unsSelbst bei den fernsten Rationen —

Ein gutes Geschäft — die Kollekte betrugWohl an die acht Millionen.

„Die Hilfsgelderkassa wurde geführtVon wahren Christen und Frommen —Erfahren hat nie die linke Hand,

Wieviel die rechte genommen.

„AnS allen Ländern floß das GeldIn nnsrc offnen Hände,

Auch Viktnalien nahmen wir an,

Verschmähten keine Spende.

„Man schickte uns Kleider und Betten genug,Auch Brot und Fleisch und Suppen!

Der König von Preußen wollte sogarUns schicken seine Truppen.

„Der materielle Schaden wardVergütet, das ließ sich schätzen —

Jedoch den Schrecken, unseren Schreck,

Den kann uns niemand ersetzen!"

Aufmunternd sprach ich: Ihr lieben Lent',Ihr müßt nicht jammern und flennen;

Troja war eine bessere Stadt,

Und mußte doch verbrennen.

Bant eure Häuser wieder aufUnd trocknet eure Pfützen,

Und schafft euch beßre Gesetze an,

Und beßre Feuerspritzen.

Gießt nicht zu viel Cahenne-PimcntIn eure Mockturtlesuppen,

Auch eure Karpfen sind euch nicht gesund,Ihr kocht sie so fett mit den Schuppen.