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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
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Noch immer das hölzern pedantische Volk,Ztoch immer ein rechter WinkelIn jeder Bewegung, und im GesichtDer eingefrorene Dünkel.

Sie stelzen noch immer so steif herum,So kerzengrade geschniegelt,

Als hätten sie verschluckt den Stock,

Womit man sie einst geprügelt.

Ja, ganz verschwand die Fuchtel nie,Sic tragen sie jetzt im Innern;

Das tranliche Du wird immer nochAn das alte Er erinnern.

Der lange Schnurrbart ist eigentlich nurDes Zopftums neuere Phase'

Der Zopf, der chmals hinten hing,

Der hängt jetzt unter der Nase.

Nicht übel gefiel mir das neue KostümDer Reiter, das muß ich loben,

Besonders die Pickelhaube, den HelmMit der stählernen Spitze nach oben.

Das ist so ritterlich und mahntAn der Vorzeit holde Romantik,

An die Burgfrau Johanna von Montfaucon,An den Freiherrn Fvnqnö, Uhland, Tieck.

Das mahnt an das Mittelalter so schon,An Edelknechte und Knappen,

Die in dem Herzen getragen die Treu'Und auf dem Hintern ein Wappen.

DaS mahnt an Krcnzzng und Turnei,An Minne und frommes Dienen,

An die angedruckte Glaubenszeit,

Wo noch keine Zeitung erschienen.

Ja, ja, der Helm gefällt mir, er zeugtVom allerhöchsten Witze!

Ein königlicher Einfall war's!

Es fehlt nicht die Pointe, die Spitze!

Nur furcht' ich, wenn ein Gewitter entsteht,Zieht leicht so eine SpitzeHerab auf euer romantisches HauptDes Himmels modernste Blitze!