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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
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186
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Dentschland.

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,Ich kenne auch die Verfasser;

Ich weiß, sie tranken heimlich WeinUnd predigten öffentlich Wasser,

Ein neues Lied, ein besseres Lied,O Freunde, will ich euch dichten:

Wir wollen hier auf Erden schonDas Himmelreich errichten.

Wir wollen auf Erden glücklich sein,Und wollen nicht mehr darben;

Verschlemmcn soll nicht der faule Bauch,Was fleißige Hände erwarben.

Es wachst hienieden Brot genugFür alle Menschenkinder,

Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust.Und Zuckererbsen nicht minder.

Ja, Zuckcrerbsen für jedermann,

Sobald die Schoten Platzen!

Den Himmel überlassen wirDen Engeln und den Spatzen,

Und wachsen unS Flügel nach dem Tod,So wollen wir euch besuchenDort oben, und wir, wir essen mit euchDie seligsten Torten und Kuchen,

Ein neues Lied, ein besseres Lied!

Es klingt wie Flöten und Geigen!Die Miserere ist vorbei,

Die Sterbeglocken schweigen.

Die Jungfer Europa ist verlobtMit dem schönen GeninsseDer Freiheit, sie liegen einander im Arm,Sie schwelgen im ersten Kusse,

Und fehlt der Pfaffcnsegen dabei,

Die Ehe wird gültig nicht minder ^

ES lebe Bräutigam und Braut,

Und ihre zukünftigen Kinder!

Ein Hochzeitcarmen ist mein Lied,Das bessere, das neue;

In meiner Seele gehen aufDie Sterne der höchsten Weihe —