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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
94
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Zeitgedichte.

Blase, schmcttre, donnre täglich,Bis der letzte Drängcr flieht —Singe nur in dieser Richtung,Aber halte deine DichtungNur sv allgemein als möglich.

IS.

Das Kind.

Den Frvnnncn schenkt's der Herr im Traum,Weiß nicht, wie dir geschah!

Du kriegst ein Kind und merkst es kann«,Jungfrau Germania.

Es windet sich ein BübeleinVon deiner Nabelschnur,

Es wird ein hübscher Schütze sein,

Als wie der Gott Amur.

Trifft einst in höchster Luft den Aar,Und flög' er noch so stolz,

Den dvppelköpfigen sogarErreicht sein guter Bolz.

Doch nicht wie jener blinde Heid',

Nicht wie der Liebesgott,

Soll er sich ohne Hos' und KleidZeigen als Sanseulvtt'.

Bei uns zu Land die Witterung,

Moral und PolizeiGebieten streng, daß alt und jungLeiblich bekleidet sei.

16.

Verheißung.

Nicht mehr barfuß sollst du traben,Deutsche Freiheit, durch die Sümpfe,Endlich kommst du ans die Strümpfe,Und auch Stiefel sollst du haben!

Auf dem Haupte sollst du tragenEine warme Pudelmütze,

Daß sie dir die Ohren schützeIn den kalten Wintertagen.