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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
88
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Zeitgedichte.

HabSburg hat auch dazu gespendet,Ein Wittelsbach schickt Fensterglas.

Die Konstitution, die Freiheitsgesetze,

Sic sind uns versprochen, wir haben" daS Wort,lind Königswortc, das sind Schätze,

Wie tief im Rhein der Niblungshort.

Der freie Rhein, der Brutus der Flüsse,Er wird uns nimmermehr geraubt!Die Holländer binden ihm die Füße,Die Schwyzer halten fest sein Haupt.

Auch eine Flotte will Gott uns bescheren,Die patriotische ÜberkraftWird lustig rudern auf deutschen Galeeren;Die FestungSstrafe wird abgeschafft.

Es blüht der Lenz, es Platzen die Schoten,Wir atmen frei in der freien Natur!

Und wird uns der ganze Verlag verboten,So schwindet am Ende von selbst die Censur.

7.

Dcr Tnmbounmijor.

Das ist der alte Tambourmajor,

Wie ist er jetzt herunter!

Zur Kaiscrzcit stand er im Flor,

Da war er glücklich und munter.

Er balancierte den großen StockMit lachendem Gesichte;

Die silbernen Tressen auf seinem Nock,Die glänzten im Sonnenlichte.

Wenn er im TrommelwirbelschallEinzog in Städten und Städtchen,

Da schlug das Herz im WiederhallDen Weibern und den Mädchen.

Er kam und sah und siegte leicht,

Wohl über alle Schönen;

Sein schwarzer Schnurrbart wurde feuchtVon deutschen Frauenthränen.

Wir mußten es dulden! In jedem Land,Wo die fremden Eroberer kamen,

Der Kaiser die Herren überwand,Der Tnmbourmajor die Damen