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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
86
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Zeitgedichte.

Vermissen werde ich nimmermehrDie paradiesischen Räume;

Das war kein wahres ParadiesEs gab dvrt verbotene Bänme.

Ich will mein volles Freiheitsrecht!Find' ich die g'ringste BeschränkniS,Verwandelt sich mir das ParadiesIn Hölle und Gefängnis.

3.

Warnung.

Solche Bücher laßt dn drucken!Teurer Freund, du bist verloren!Willst du Geld und Ehre haben,Muht du dich gehörig ducken.

Nimmer Hütt' ich dir geraten,So zu sprechen vor dem Volke,So zu sprechen von den PfaffenUnd von hohen Potentaten!

Teurer Freund, du bist verloren!Fürsten haben lange Arme,

Pfaffen haben lange Zungen,Und das Volk hat lange Ohren!

4.

An einen ehemaligen Gaetheancr.

lisss.)

Hast du wirklich dich erhobenAus dem müßig kalten Dunstkreis,

Womit einst der kluge KunstgreisDich von Weimar ans umwobcn?

Gnügt dir nicht mehr die BekanntschaftSeiner Klarchen, seiner Gleichen?

Fliehst du Serlos keusche MädchenUnd Ottiliens Wahlverwandtschaft?

Rur Germanien willst du dienen,Und mit Mignon ist's vorbei heut,Und du strebst nach größrcr FreiheitAls du fandest bei Philinen?