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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
74
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Nene Gedichte.

13.

Frühling.

Die Wellen blinken und fließen dahin —Es liebt sich so lieblich im Lenze!

Am Flusse sitzt die SchäferinUnd windet die zärtlichsten Kränze.

DaS knospet und guillt, mit duftender Lust,Es liebt sich so lieblich im Lenze!Die Schäferin seufzt aus tiefer Brust:„Wem geb' ich nieine Kränze?"

Ein Reiter reitet den Fluß entlang,Er grüßt sie so blühenden Mutes!Die Schäferin schaut ihm nach so bang,

Fern flattert die Feder des Hutes.

Sie weint und wirft in den gleitenden FlusDie schönen Blumenkränze.

Die Nachtigall singt von Lieb' und Kuß —ES liebt sich so lieblich im Lenze.

14.

Ali Bei.

Ali Bei, der Held des Glaubens,

Liegt beglückt in Mädchcnarmen.Vorgeschmack des ParadiesesGönnt ihm Allah schon auf Erden.

OdaliSken, schön wie Hvuris,Und geschmeidig wie GazellenKräuselt ihm den Bart die eine,

Glättet seine Stirn die andre.

Und die dritte schlägt die Laute,

Singt und tanzt, und küßt ihn lachendAuf das Herz, worin die FlammenAller Seligkeiten lodern.

Aber draußen plötzlich schmetternDie Trompeten, Schwerter rasseln,Waffenruf und Flintenschüsse —-„Herr, die Franken sind im Anmarsch!"

Und der Held besteigt sein Schlachtroß,Fliegt zum Kampf, doch wie im Traume,