Nene Gedichte.
Die Blumen schaun aus der Erd' hervor,Betrachten neugierigen BlickesDas schone Weib, das ich erkor,
Und mich, den Mann des Glückes.
Vergängliches Glück! Schon morgen klirrtDie Sichel über den Saaten,
Der holde Frühling verwelken wird,Das Weib wird mich verraten.
10.
Kittv stirbt! und ihre WangenSeh' ich immer mehr erblassen.Dennoch kurz vor ihrem TodeMuß ich Ärmster sie verlassen.
Kitty stirbt! und kalt gebettetLiegt sie bald im Kirchhofsgrunde.Und sie weiß es! Doch für alleSorgt sie bis zur letzten Stunde.
Sie verlangt, daß ich die StrümpfeNächsten Winter tragen svlle,
Die sie selber mir gestrickt hatVon der wärmsten Lämmerwvlle.
11.
Das gelbe Laub erzittert,
Es fallen die Blätter herab, —Ach, alles, was hold und lieblich,Verwelkt und sinkt ins Grab.
Die Wipfel des Waldes umflimmertEin schmerzlicher Sonnenschein;Das mögen die letzten KüsseDes scheidenden Sommers sein.
Mir ist, als müßt' ich weinenAus tiefstem Herzensgrund;
Dies Bild erinnert mich wiederAn unsre Nbschicdsstund'.
Ich mußte dich verlassen,Und wußte, du stürbest bald!
Ich war der scheidende Sommer,Du warst der sterbende Wald.