2OV Buch der Lieder.
Du kleine Cousiuenknvspc! es ziehtBei deinem Anblick durch mein GemütGar seltsame Trauer, in seinen TiefenErwachen Bilder, die lange schliefen —Sirenenbilder, sie schlagen ansDie lachenden Augen, sie schwimmen herausLustplätschernd — die Schönste der Schar,Die gleicht dir selber auf ein Haar!
Das ist der Jugend Frühlingstraum —Ich seh' dich an, und glaub' es kaum!
Das sind die Züge der teuren Sireue,
Das sind die Blicke, das sind die Töne —Sie hat ein süßkrötiges Stimmelein,
Bezaubernd die Herzen groß und klein —Die Schmeicheläuglein spielen ins Grüne,Meerwunderlich mahnend an Delphine —Ein bißchen spärlich die Augenbraun,
Doch hochgewölbt und anzuschaun
Wie anmutstolze Siegesbogen —
Auch Grübchenringe, lieblich gezogenDicht unter das Aug' in den rosigen Wänglein —Doch leider! weder Menschen noch EngleinSind ganz vollkommen — das herrlichste WesenHat seine Fehler, wie wir lesenIn alten Märchen. Herr Lusignan,
Der einst die schönste Meerfee gewann,
Hat doch an ihr, in manchen Stunden,Den heimlichen Schlangenschwanz gefunden.
Druck von Hesse ck Becker in Leipzig.