Die Nordsee.
Von allen Wcltkreatnrcn,
Und alle Weitkrcatnrcn erfreuend
Mit ihres Blickes Licht und Wärme;
Aber des Abends, trostlos gezwungen,
Kehre sie wieder zurück
In daS nasse Haus, in die öden Arme
Des greisen Gemahls.
„Glaub mir's", — setzte hinzu der Freund,Und lachte und seufzte und lachte wieder —„Die führen dort unten die zärtlichste Ehe!Entweder sie schlafen, oder sie zanken sich,Daß hoch aufbraust hier oben das MeerUnd der Schiffer im Wcllengcräusch es hört,Wie der Alte sein Weib ausschilt:
„Runde Metze des Weltalls!
Strahlenbuhlende!
Den ganzen Tag glühst du für andre,Und nachts, für mich, bist du frostig und müde!"Nach solcher Gardinenpredigt,
Versteht sich! bricht dann aus in ThränenDie stolze Sonne und klagt ihr Elend,
Und klagt so jammerlang, daß der MecrgottPlötzlich vcrzweislungsvoll aus dem Bett springt,Und schnell nach der Meeresfläche heranfschwimmt,Um Luft und Besinnung zu schöpfen.
„So sah ich ihn selbst verflossene NachtBis an die Brust dem Meer entweichen.
Er trug eine Jacke von gelbem Flanell,
Und eine lilienweiße Schlnfmütz',
Und ein abgewelktes Gesicht."
S.
Dcr Gesang der Okeaniden.
Abendlich blasser wird es am Meer,Und einsam, mit seiner einsamen Seele,
Sitzt dort ein Mann auf dein kahlen Strand,Und schaut todkaltcn Blickes hinaufNach der weiten, todkalten Himmelswölbung,lind schaut auf das weite, wogende Meer —Und über das weite, wogende Meer,
Lüftcsegler, ziehn seine Seufzer,
Und kehren zurück, trübselig,
Und hatten verschlossen gefunden das Herz,