Die Nordsee.
Zweiter (L^klus.
Motto: Xenophons Anavasis, IV.,
1.
Rieergrusz.
Thalatta! Thalatta!
Sei mir gegrüßt, du ewiges Meer!
Sei mir gegrüßt zehntausendmalAus jauchzendem Herzen,
Wie einst dich begrüßtenZehntausend Griechenherzen,
Unglück bekämpfende, Heimat verlangende,Weltberühmte Griechenherzen.
Es wogten die Fluten,
Sie wogten und brausten,
Die Sonne goß eilig herunterDie spielenden Roscnlichter,
Die aufgescheuchten MöwenzügeFlatterten fort, laut schreiend,
Es stampften die Rosse, es klirrten die Schilde,Und weithin erscholl es wie Siegesrnf:
„Thalatta! Thalatta!"
Sei mir gegrüßt, du ewiges Meer,
Wie Sprache der Heimat rauscht mir dein Wasser,Wie Träume der Kindheit seh' ich es flimmernAuf deinem wogenden Wcllengebict,
Und alte Erinnrnng erzählt mir aufs neueVon all dem lieben, herrlichen Spielzeug,
Von all den blinkenden Weihnachtsgabcn,
Von all den roten Korallenbäumcn,
Goldfischchen, Perlen und bunten Muscheln,
Die du geheimnisvoll bewahrst,
Dort unten im klaren Krystallhaus.
O, wie Hab' ich geschmachtet in öder Fremde!
Gleich einer welken BlumeIn des Botanikers blecherner Kapsel,
Lag mir das Herz in der Brust.
Mir ist, als saß ich wintcrlange,
Ein Kranker, in dunkler Krankenstube,
Und nun verlast' ich sie plötzlich,
Und blendend strahlt mir entgegenHeine 'S Werke. I . Bd. 10