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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
120
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Buch der Lieder.

Du Hochgebcnedcitc,

Du reine Gottesmagd,

Du Königin des Himmels,

Dir sei mein Leid geklagt!

Ich wohnte mit meiner MutterZu Köllen in der Stadt,

Der Stadt, die viele hundertKapellen und Kirchen hat.

Und neben uns wohnte Grctchen,Doch die ist tot jehund

Marie, dir bring' ich ein Wachsherz,Heil' du meine Herzenswund'.

Heil du mein krankes HerzeIch will auch spät und frühJnbriinstiglich beten und singen:

Gelobt seist du, Marie!"

3.

Der kranke Sohn und die Mutter,Die schliefen im Kämmerlein;

Da kam die Mutter GottesGanz leise geschritten herein.

Sie beugte sich über den Kranken,Und legte ihre HandGanz leise auf sein Herze,

Und lächelte mild und schwand.

Die Mnttcr schaut alles im Traume,Und hat noch mehr geschaut;Sie erwachte auS dem Schlummer,Die Hunde bellten so laut.

Da lag dahiugestrccketIhr Sohn, und der war tot;

Es spielt' auf den bleichen WangenDas lichte Morgenrot.

Die Mutter faltet' die Hände,Ihr war, sie wußte nicht wie;Andächtig sang sie leise:

Gelobt seist du, Marie!"