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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
109
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Die Heimkehr,

Zieht nach dem Thor die krausbewegte Schar,Und lagert draußen sich auf grünem Rasen,Bewundert, wie die Bäume fleißig wachsen,

Spielt mit den bunten zarten Blümelein,

Horcht auf den Sang der lust'gen Vvgelein,lind jauchzt hinauf zum blauen Himmelszelt,

Zu mir kam auch der Mai, Er klopfte dreimalAn meine Thür und rief: „Ich bin der Mai,Du bleicher Traumer, komm, ich will dich küssen!"Ich hielt verriegelt meine Thür, und rief:Vergebens lockst du mich, du schlimmer Gast.Ich habe dich durchschaut, ich Hab' durchschautDen Bau der Welt, und Hab' zu viel geschaut,Und viel zu tief, und hin ist alle Freude,Und ew'ge Qualen zogen in mein Herz,

Ich schaue durch die steinern harten RindenDer Mcnschenhnuscr und der Mcnschenherzen,Und schau' in beiden Lug und Trug und Elend,Auf den Gesichtern lcs' ich die Gedanken,

Viel schlimme. In der Jungfrau SchamerrotenSeh' ich geheime Lust begehrlich zittern;

Auf dem begeistert stolzen JünglingshauptSeh' ich die lachend bunte Schellenkappe;lind Fratzcnbilder nur und sieche SchattenSeh' ich auf dieser Erde, und ich weiß nicht,Ist sie ein Tollhaus oder Krankenhaus,

Ich sehe durch den Grund der alten Erde,

Als sei sie von Krystall, und seh das Grausen,Das mit dem freud'gcn Grüne zu bedeckenDer Mai vergeblich strebt. Ich seh die Toten,Sie liegen unten in den schmalen Särgen,Die Händ' gefaltet und die Augen offen,

Weiß das Gewand und iveiß das Angesicht,Und durch die Lippen kriechen gelbe Würmer.Ich seh', der Sohn setzt sich mit seiner BuhleZur Kurzweil nieder auf des Vaters Grab;Spottlieder singen rings die Nachtigallen,Die sanften Wiesenblumen lachen hämisch,

Der tote Bater regt sich in dem Grab —Und schmerzhaft zuckt die alte Mutter Erde,

Du arme Erde, deine Schmerzen kenn' ich,Ich seh' die Glut in deinem Busen wühlen,lind deine tausend Adern seh' ich bluten,