Buch der Lieder.
Doch jetzt ist alles wie verschoben,Das ist ein Drängen, eine Not!Gestorben ist der Herrgott oben,Und unten ist der Teufel tot.
Und alles schaut so grämlich trübe,So krausverioirrt und morsch und kalt,Und wäre nicht das bißchen Liebe,So gab' es nirgends einen Halt.
42.
Wie der Mond sich leuchtend drängetDurch den dunkeln Wolkenflvr,
Also taucht aus dunkeln ZeitenMir ein lichtes Bild hervor.
Saßen all auf dem Verdecke,
Fuhren stolz hinab den Rhein,
Und die sommergrünen UferGlühn im Abendsonncnschein.
Sinnend saß ich zu den FüßenEiner Dame, schön und hold;
In ihr liebes, bleiches AntlitzSpielt' das rote Sonnengold.
Lauten klangen, Buben sangen,Wunderbare Fröhlichkeit!
Und der Himmel wurde blauer,
Und die Seele wurde weit.
Märchenhaft vorüberzogenBerg' und Burgen, Wald und Nu: —Und das alles sah ich glänzenIn dem Aug' der schönen Fran.
43.
Im Traum sah ich die Geliebte,Ein banges, bekümmertes Weib,Verwelkt und abgefallenDer sonst so blühende Leib.
Ein Kind trug sie auf dem Arme,Ein andres führt sie an der Hand,Und sichtbar ist Armut und TrübsalAm Gang und Blick und Gewand.