Lyrisches Intermezzo.
48.
Es liegt der heiße SommerAuf deinen Wängelein;
Es liegt der Winter, der kalte,In deinem Herzchen klein.
Das wird sich bei dir ändern,Du Vielgeliebte mein!
Der Winter wird auf den Wangen,Der Sommer im Herzen sein.
49.
Wenn zwei voneinander scheiden,So geben sie sich die Händ',lind fangen an zn weinen,
Und seufzen ohne End'.
Wir haben nicht geweinet,Wir seufzten nicht „Weh!" und „Ach!"Die Thränen und die Seufzer,Die kamen Hintennach.
SV.
Sie saßen und tranken am Theetisch,Und sprachen von Liebe viel.Die Herren, die waren ästhetisch,Die Damen von zartem Gefühl.
„Die Liebe muß sein platonisch,"Der dürre Hofrat sprach.
Die Hofrätin lächelt ironisch,Und dennoch seufzet sie: „Ach!"
Der Domherr öffnet den Mund weit:„Die Liebe sei nicht zn roh,
Sie schadet sonst der Gesundheit."Das Fräulein lispelt: „Wieso?"
Die Gräfin spricht wehmütig:„Die Liebe ist eine Passion!"Und präsentieret gütigDie Tasse dem Herrn Baron.
Am Tische war noch ein Plätzchen,Mein Liebchen, da hast du gefehlt.Du hättest so hübsch, mein Schätzchen,Von deiner Liebe erzählt.