Lyrisches Intermezzo.
Die blühen und blühen noch immerfort,Und nnr das Herzchen ist verdorrt.
81.
Die Welt ist so schon nnd der Himmel so blau,Und die Lüfte wehen so lind und so lan,
Und die Blumen winken auf blühender Au,Und funkeln und glitzern im Morgentau,
Und die Menschen jubeln, wohin ich schau' —Und doch mächt' ich im Grabe liegen,
Und mich an ein totes Liebchen schmiegen.
32.
Mein süßes Lieb, wenn du im Grab,Im dunkeln Grab wirst liegen,
Dann will ich steigen zu dir hinab,
Und will mich NN dich schmiegen.
Ich küsse, umschlinge nnd presse dich wild,Du Stille, du Kalte, du Bleiche!
Ich jauchze, ich zittre, ich weine mild,Ich werde selber zur Leiche.
Die Toten sichn auf, die Mitternacht ruft,Sie tanzen im luftigen Schwarme:
Wir beide bleiben in der Gruft,
Ich liege in deinem Arme.
Die Toten stehn auf, der Tag des GerichtsRuft sie zir Qual und Vergnügen;
Wir beide bekümmern uns um nichts,Wir bleiben ruhig liegen.
33.
Ein Fichtenbaum steht einsamIm Norden auf kahler Höh'.Ihn schläfert; mit weißer DeckeUmhüllen ihn Eis und Schnee.
Er träumt von einer Palme,Die fern im MorgenlandEinsam nnd schweigend trauertAns brennender Felsenwand.