Lyrisches Intermezzo.
Dein Angesicht, so lieb und schön,Das Hab' ich jüngst im Traum gesehn,Es ist so mild und engelgleich,Und doch so bleich, so schmerzenbleich.
Und nur die Lippen, die sind rot;Bald aber küßt sie bleich der Tod.Erlöschen wird das Himmelslicht,Das aus den frommen Augen bricht.
6.
Lehn' deine Wang' an meine Wang',
Dann fließen die Thränen zusammen!
Und an mein Herz drück fest dein Herz,
Dann schlagen zusammen die Flammen!
Und wenn in die große Flamme fließtDer Strom von unfern Thränen,
Und wenn dich mein Arm gewaltig umschließtSterb' ich vor Liebessehnen!
7.
Ich will meine Seele tauchenIn den Kelch der Lilie hinein;Die Lilie soll klingend hauchenEin Lied von der Liebsten mein.
DaS Lied soll schauern und lebenWie der Kuß von ihrem Mund,Den sie mir einst gegebenIn wunderbar süßer Stund'.
8.
Es stehen unbeweglichDie Sterne in der Höh'
Viel tausend Jahr', und schauenSich an mit Liebesweh.
Sie sprechen eine Sprache,Die ist so reich, so schön;
Doch keiner der PhilologenKann diese Sprache versteh».