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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
33
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Junge Leidein

Donna Clara! Donna Clara!

Ja, ich schwör' es, sa, ich komme!

Will niit dir den Reihen tanzen;

Gute Nacht, ich komme morgen/'

Gute Nacht!"" Das Fenster klirrte.Seufzend stand Ramiro unten,

Stand noch lange wie versteinert;

Endlich schwand er fort im Dunkeln.

Endlich auch nach langem RingenMuß die Nacht dem Tage weichen;

Wie ein bunter BlumengartenLiegt Toledo ausgebreitet.

Prachtgebäude und PalästeSchimmern hell im Glanz der Sonne;Und der Kirchen hohe KuppelnLeuchten stattlich, wie vergoldet.

Summend, wie ein Schwärm von Bienen,Klingt der Glocken Festgeläute,

Lieblich steigen BetgesängeAus den frommen Gotteshäusern.

Aber borten, siehe! stehe!

Dorten aus der Marktkapelle,

Im Gewimmel und Gewoge,

Strömt des Volkes bunte Menge.

Blanke Ritter, schmucke Frauen,

Hofgesinde, festlich blinkend,

Und die hellen Glocken läuten,

Und die Orgel rauscht dazwischen.

Doch, mit Ehrfurcht ausgewichen,

In deS Volkes Mitte wandeltDas geschmückte junge Ehpaar,

Donna Clara, Don Fernando.

BiS an Bräutigams PalastthorWälzet sich das Volksgewühle;

Dort beginnt die Hochzeitfeier,

Prunkhaft und nach alter Sitte.

Ritterspiel und frohe TafelWechseln unter lautem Jubel;

Rauschend schnell entfliehn die Stunden,Bis die Nacht herabgesunken.

Werl-. I. Bd. 3